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Alle Grundformen die du kennen musst

Auch wenn beim Lettering nicht jeder Buchstabe gleich aussehen soll, sollte man dennoch auf eine gewisse Ordnung achten. Gerade als Anfänger ist das Befolgen gewisser Regeln empfehlenswert, um die Lesbarkeit der Kreation sicherzustellen. Dies bezieht sich nicht nur auf die Buchstaben selber, sondern auch auf eine gewisse Linienführung. Ich bin immer wieder über Begriffe gestolpert, die ich nicht zuordnen konnte. Hier findest du eine kleine Erklärung zu den Grundformen der Buchstaben und auch zur Linienführung. Für die einen sind sie trocken, für die anderen feinstes Angeberwissen. So oder so hoffe ich aber, dass sie dir gleichermaßen nützen, wie mir. Ich empfehle dir, vor Allem die Grundformen zu beherzigen. Wenn du sie beherrschst, werden deine Buchstaben gut lesbar und du verstehst ihren Grundaufbau viel besser.

Liniensystem

In der Typographie wird ein Liniensystem verwendet, um die Ober- und Unterkanten der Groß- und Kleinbuchstaben zu verwenden. Diesem System bedienen wir uns auch beim Lettern, damit die Buchstaben nicht über das Papier tanzen und das Schriftbild ausgewogen ist. Ich beschränke mich hier auf die Elemente, die wir fürs Lettering brauchen.

Liniensystem-Typographie-Handlettering

 

Die Buchstaben stehen auf der Grundlinie oder Basis. Kleinbuchstaben enden vornehmlich auf der Mittellinie oder x-Linie. Ein weiteres Synonym ist die Taille. Und die Großbuchstaben (Majuskeln) grenzen an die Versalhöhe. Es gibt aber auch Kleinbuchstaben, auch Minuskeln genannt, die unter die Grundlinie laufen. Buchstaben mit einer sogenannten Unterlänge stehen auf der p-Linie. Sofern ein Buchstabe die x-Linie überschreitet, hat er eine Oberlänge. Beim Lettering empfiehlt es sich, auch eine Neigungslinie zu beachten, die dafür sorgt, dass die Buchstaben gleichmäßig schräg stehen. Ebenso dienen sie als Orientierung für Abstände und Breiten der Buchstaben.

 

Die Grundformen der Buchstaben

Jetzt wird es so langsam spannend und die trockene Theorie ist fast vorbei. Buchstaben setzen sich aus Grundelementen zusammen, die im nächsten Abschnitt beschrieben werden. Um die Elemente besser zu verdeutlichen, benutze ich einen Brushpen. Die Elemente gelten aber für alle Lettering-Arten.

Auf- und Abstriche

Grundformen-Handlettering-Aufstrich-und-AbstrichGrundsätzlich entstehen die Grundformen aus Aufwärts- und Abwärtsbewegungen des Stifts. Aufwärtsbewegungen nennt man Aufstriche und Abwärtsbewegungen als Abstriche.
Bei Aufstrichen zieht man den Stift lockerer über das Papier von unten nach oben. Hingegen wird bei Abstrichen mit mehr Druck von oben nach unten gezogen, sodass dickere Linien entstehen.

Der Aufstrich setzt links unten an und endet rechts oben. Abstriche beginnen rechts oben und enden links unten.
Aufstriche kommen zum Beispiel als Konnektoren zwischen den Buchstaben zum Einsatz; Also als verbindende Elemente. Da wo es hoch geht, muss es meist auch wieder runter gehen. Hierbei werden Abstriche verwendet.

Bögen

Grundformen-Handlettering-SchwuengeBögen verbinden den Auf- und Abstrich innerhalb einer Form. Es gibt 2 verschiedene Bögen.

Beim nach unten geöffneten Bogen startet man links unten, beschreibt dann bei gleichmäßiger Druckerhöhung auf den Stift einen Bogen, der rechts unten endet. Man startet also mit einem Aufstrich, den man in einen Abstrich übergehen lässt.

Der nach oben geöffnete Bogen funktioniert genau umgekehrt. Man startet mit einem Abstrich links oben. Dabei bildet der Bogen den Übergang zum Aufstrich, der rechts oben endet. Im Bogen wird der Druck gleichmäßig ab dem tiefsten Punkt verringert.
Du findest den nach unten geöffneten Bogen im h, n und m wieder. Der nach oben geöffnete Bogen befindet sich im u.

Der verbundene Bogen und das Oval

Grundform-Handlettering-verbundener-Schwung-und-OvalDie beiden Bögen können auch verbunden werden. Der Startpunkt ist dabei wieder ein Aufstrich von links unten. Dieser geht über einen Bogen in einen Abstrich nach rechts unten über. Darauf folgt dann ein weiterer Bogen auf der Basis, der in einen Aufstrich übergeht. Man zieht also beide Bögen übereinander, sodass ein Abstrich wegfällt. Du findest den verbundenen Bogen im h wieder, oder auch im m oder n.

Das Oval ist ein in sich geschlossener kreisförmiger Verbund aus Auf- und Abstrich. Er beginnt an der rechten Seite, beschreibt einen Bogen nach links unten, der in einen Bogen nach rechts oben zum Startpunkt übergeht. Beginne dabei nicht ganz rechts oben. Somit bleibt dir ein bisschen Platz für den Übergang in den Bogen und eine harmonischere Form. Das Oval findet sich nicht nur im o wieder, sondern z. B. auch im a, d und g.

Schleifen

Grundformen-Handlettering-SchleifenWir unterscheiden 2 unterschiedliche Schleifen. Die Eine ist auf- die Andere absteigend.

Die aufsteigende Schleife beginnst du am unteren Ende der Schleife in etwa auf der Höhe der x-Linie. in der Buchstabenmitte. Von hier aus beschreibst du mit einem Aufstrich beginnend eine schmale Schleife nach Links, die du mit einem engen Bogen in einen Abstrich übergehen lässt.
Aufsteigende Schleifen findest du im h, f, aber auch im b.

Die absteigende Schleife beginnst du rechts oben mit einem Abstrich. Dieser geht nach links in einen schmalen Bogen über, den du nach rechts oben mit einem Aufstrich auslaufen lässt.
Absteigende Schleifen findest du im g, j und y.

Nun kennst du alle Grundformen. Was bleibt ist Üben, damit du im nächsten Schritt aus diesen Formen Buchstaben zusammensetzen kannst.

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